MTBE ist ein aus Methanol abgeleiteter tertiärer Butylalkohol und wird als Benzin-Additiv verwendet. Ausgehend von den USA wird MTBE als Ersatzstoff für das verbotene Bleitetraethyl auch in der BRD seit etwa 1985 dem Benzin zugemischt. Im Gegensatz zu den USA wird MTBE in der BRD jedoch in wesentlich geringeren Mengen hergestellt. So betrugen die Produktionsmengen 1998 in den USA ca. 8,8 Mio t und in der BRD ca. 0,5 Mio t.
Die MTBE-Gehalte im Benzin liegen für Normalbenzin, Super und Super Plus bei ca. 0.2, 1.7 und 7.7 Gew. %. MTBE bewirkt als sog. Oxygenator eine vollständigere Verbrennung des Benzins und damit eine Reduktion der Kohlenwasserstoff-, Kohlenmonoxid-, Benzol- und Ozongehalte in der Luft.
MTBE besitzt aufgrund seiner physikalisch-chemischen Eigenschaften ein hohes Gefährdungspotenzial für das Grundwasser. Die hohe Wasserlöslichkeit von ca. 5 % führt dazu, dass sich MTBE mit der gleichen Fließgeschwindigkeit bewegt wie das Grundwasser selbst (idealer Tracer). Mit anderen Worten finden keine nennenswerten Sorptions- oder Retardierungsprozesse statt wie bei den anderen Komponenten des Benzins (z. B. Benzol, Toluol, Xylole). Ebenso unterliegt MTBE im Gegensatz zu den meisten anderen Benzininhaltsstoffen nach dem derzeitigen Kenntnisstand keinem nennenswerten mikrobiellen Abbau. Als Folge dieses Stoffverhaltens wurden in den USA signifikante Grundwasserverunreinigungen detektiert. In einzelnen Fällen wurden sogar Trinkwassergewinnungsanlagen geschlossen. Aufgrund dieser Entwicklung wurde der Einsatz von MTBE zwischenzeitlich in mehreren US-Bundesstatten verboten.
Schadwirkung:
MTBE ist bereits in Konzentrationen von einigen 10er µg/l für den Menschen organoleptisch wahrnehmbar (unangenehmer Geruch und Geschmack). Nach dem derzeitigen Kenntnisstand bestehen beim Menschen keine Hinweise auf karzinogene, mutagene oder terratogene Wirkungen von MTBE.
Umweltverhalten:
Über Ausmaß der MTBE-Grundwasserschäden in der BRD existieren noch keine fundkierten Erkenntnisse. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass das in den USA festgestellte Ausmaß unterschritten wird. Wesentliche Gründe hierfür sind die bessere Sicherheitstechnik und die deutlich geringeren Produktionsmengen.
Bei sanierungsbedürftigen MTBE-Grundwasserschäden kommen am ehesten Pump and Treat-Verfahren in Frage. Aufgrund seiner physikalisch-chemischen Eigenschaften (polarer Stoff und niedriger Henry-Koeffizient) ist MTBE jedoch nicht mit den Standardtechnologien Aktivkohleadsorption und Strippen effektiv aus dem Wasser entfernbar. Zur Reinigung MTBE-haltiger Wässer bieten sich innovative Technologien an. Die Sanierung von MTBE-Grundwasserschäden ist deutlich teurer als die anderer Benzininhaltsstoffe (Benzol, Toluol, Xylol, Aliphatische Kohlenwasserstoffe).
siehe auch:
Verfahren zur Behandlung von MTBE-haltigem Grundwasser